Eine Darstellung der biblischen Lehre anhand der Bibel, von Mathias (Fragen und Glauben)
Die Bibel gibt an nur ca. 40 Stellen (je nach Zählung) Einblick in den Zustand der Toten, also das Leben nach dem Tod. Aus diesen 40 Stellen lässt sich jedoch sehr klar erkennen, ob und was nach dem Tod kommt und ob es ein bewusstes Erleben ist.
1. Die Bibel beschreibt das Leben nach dem Tod als bewusstes Erleben: Es ist weder eine Nichtexistenz noch ein traumloser Schlaf.
Biblische Belege:
§ Ps. 73:26 Der Gläubige ist ewiglich in Verbindung mit Gott auch nach dem Tod
§ Mt 10:28 Die Bibel spricht nicht von ewiger Nichtexistenz o.ä. nach dem Tod
§ Lk 16:19-31 Der reiche Mann und Lazarus: Bewusstsein nach dem Tod
§ Lk 20:37, 38 Die Toten sind nur für den Menschen betrachtet „tot“ – aus Gottes Sicht leben sie weiter
§ Lk 23:43 Bewusstes Erleben nach dem Tod
§ Jh 5:14 Sünde führt nach dem Tod zu etwas Schlimmeren als es eine 38-jährige Lähmung war
§ Hebräer 12:1 beschreibt eine große Wolke von Zeugen, bestehend aus den verstorbenen Gerechten, die uns umgibt
§ Hebr 12:22-24 Gläubige sind als „Geister der vollendeten Gerechten“ bei Gott nach dem Tod
§ Php 1:23 Paulus glaubte, nach dem Tod bei Jesus zu sein
Weitere biblische Hinweise (gerade bei bildhafter Sprache muss allerdings geguckt werden, ob sie zwingend buchstäblich zu verstehen ist, daher spreche ich an der Stelle nur von Hinweisen/Indizien):
§ 2Sam 12:23 David wird nach dem Tod seinem toten Kind begegnen – er meint offensichtlich nicht das gemeinsame unbewusste Totsein
§ Hi. 19:25-27 Der Gläubige sieht Gott persönlich nach dem Tod
§ Jes 14:9-11 Das Totenreich wird bewusst erlebt
§ Hes 32:21 Kommunikation untereinander im Totenreich
§ Apg 7:59 Jesus nimmt nach dem Tod den Geist des Gläubigen auf
§ Offb 6:9, 10 Tote Gläubige sprechen zu Gott
2. Die Bibel trennt zwischen dem Leben nach dem Tod von Gläubigen und von Ungläubigen
2.1 Gläubige: Werden bei Gott sein.
Kerntexte:
2.Kor. 5:8
Php 1:23
Lk. 23:43
Weitere Texte:
Hi 19:25-27
Ps 49:16
Ps 73:24, 25
Lk. 16:19-31
Lk. 20:37, 38
Lk. 23:43
Apg 7:59
2.Kor. 5:8
Php 1:23
Off. 6:9, 10
2.2 Ungläubige: Ewige Finsternis, ewiges Verderben, getrennt von Gott Liebe.
Biblische Belege:
Dan 12:2
Mit 3:10-12
Mt 8:11, 12
Mt 9:17
Mt 18:8, 9
Mt 25:41
Mt 25:46
Mk 3:29
Mk 9:43-48
Lk 3:9, 17
Hebr 9:27
2Thes 1:9
Jud 7
Jud 12, 13
2Pet 2:17
Offb 14:11
Offb 20:10
2.3 Das Leben nach dem Tod, sowohl das von Gläubigen als auch das von Ungläubigen, wird als bewusstes Erleben geschildert.
>> Geht klar aus den bis hierher angeführten Schriftstellen hervor
3. Die Trilogie zum Zustand der Toten:
Bestens geeignet und praxiserprobt zum gemeinsamen Lesen mit Nichtchristen!
Einfach dargestellt:
Johannes 5:28, 29 Je nachdem, wie ein Mensch in diesem Leben in Bezug auf Gott entschieden hat, wird er entweder nach dem Tod in das ewige Leben eingehen oder in die ewige Trennung von Gott.
Hebräer 11:27 Gott richtet nach dem Tod aufgrund dessen, was ein Mensch in diesem Leben getan hat.
Offenbarung 20 Bestätigung, dass der Gläubige nach dem Tod in ewige Gemeinschaft mit Gott kommt. Der Ungläubige jedoch aufgrund dessen, was er in diesem einen Leben getan hat, ewig von getrennt sein wird.
4. Außerbiblische Bestätigung der biblischen Lehre zum Zustand der Toten durch Caecilius Natalis (Bonusteil – kein biblischer Beleg, aber ein geschichtliches Zeugnis über die Glaubensinhalte der frühen Christen)
Caecilius Natalis, ein Gegner des Christentums, schreibt um das Jahr 200 über verfolgte Christen:
„Sie sterben auf Erden ohne Furcht, fürchten aber einen Tod nach dem Tode. So täuscht sie eine Hoffnung hinweg über die Angst und beschwichtigt sie durch den Trostblick auf ein neues Leben.“
(Marcus Ninucius Felix. Octavius, Frühchristliche Apologeten Band II. 1913. S. 147f. in Axel Schwaiger. Geschichte und Gott. CVD, Dillenburg. 20172. S. 291.)
>> Mit dem „Tod nach dem Tode“ meinte Caecilius den Glauben der Christen an den sog. zweiten Tod, die Hölle, das ewige Verderben, das ewige Getrenntsein von Gott (andere bestehen darauf, dass es korrekt heißen müsste: „Das ewige Getrenntsein von Gottes Liebe“. Diese Debatte halte ich allerdings die Zeit nicht für wert.)
5. Ausführliche Aufarbeitung
Eine ausführliche Abhandlung zu nahezu allen Bibelpassagen, die über den Zustand der Toten sprechen, kann man kostenlos auf meiner Homepage als Broschüre lesen und runterladen. Sie geht besonders auch auf die Fragen ein, ob die Bibel den Tod nicht als schlafähnlichen Zustand oder als ewiger Vernichtung (statt „Verderben“) beschreibt, sowie ob die Bibel nicht doch auch von einerzweiten Chance nach dem Tod, z.B. im Tausendjährigen Reich spricht. Sie ist weiter unten direkt auf dieser Seite lesbar und herunterladbar.
Anhang
Die komplexen Details: Wartezeit und Auferstehung
Die Bibel spricht häufig von der Auferstehung, sowohl für alle Gläubigen als auch alle Ungläubigen. Auch wenn die Zeit direkt nach dem Tod auch als bewusstes Erleben geschildert wird, so findet das Gericht Gottes über den ungläubigen Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt statt: Gott richtet aufgrund dessen, was der Mensch in diesem Leben vor seinem Tod getan hat (Jh 5, Offb 20; s.o.), was zur ewigen Trennung von Gott führt. Der Gläubige erhält bereits vorher, offenbar bei dem Zweiten Kommen Jesu, seinen Auferstehungskörper und ist durch den stellvertretenden Tod Jesu von aller Sünde erlöst worden. Er kommt nicht mehr in dieses allgemeine Gericht, er ist davon erlöst (Jh 5:24). Bereits vor dem Empfang dieses Auferstehungskörpers erlebt er das Leben nach dem Tod bewusst.
Der Mensch besteht, je nach Betrachtungsweise, aus zwei oder drei Teilen. Seele/Geist + Körper bzw. Seele + Geist + Körper. Beim Tod erstirbt der Körper des gläubigen Menschen und der Geist bzw. Seele/Geist des Menschen wartet bei Gott auf seinen Auferstehungskörper. Er wird also gewissermaßen schließlich wieder vervollständigt durch die Auferstehung (vgl. 1Kor 15). Auch der Ungläubige hat eine Wartezeit, allerdings nicht beim Herrn, sondern im Totenreich (siehe Lk 16 und Offb 20; in der Bibel auch Scheol und Hades genannt). Ungläubige werden zum Gericht vor Gottes großem weißen Thron auferstehen (Offb 20:11-15) und gehen verurteilt in den Feuersee, den zweiten Tod (Offb 20:14, 15), kirchlich geprägt auch Hölle genannt.
PDF-Version:
Folgende Abhandlung ist vor dem bisher Geschriebenen entstanden, als ich mich als Frischbekehrter rein anhand der Bibel mit dem Thema "Zustand der Toten" beschäftigt hat. Sie geht nochmal deutlich mehr in die Tiefe als obige Zusammenfassung und hat eine etwas andere Perspektive: An vielen Stellen merkt man, dass es aus der Sicht eines mit der Lehre der Zeugen Jehovas Vertrauten geschrieben ist. Nichtsdestotrotz rein anhand von Bibelstellen argumentiert und so für jeden Wahrheitssucher nützlich. Offensichtlich spricht die Bibel eine klare Sprache zu dem Thema. Auch inwieweit in Gottes Augen ungerechte Menschen eine zweite Chance bekommen und inwieweit der Tod ein schlafähnlicher Zustand sei. Man sollte eigentlich meinen, dass man hunderte Seiten dicke Bücher über die Aussagen der Bibel zum Zustand der Toten schreiben könnte. Aber de facto gibt es nur die nachfolgend genannten 35-40 Bibelstellen, die darüber sprechen.