Ich habe mal ein Video gemacht, wo ich mir von der Leber geredet habe, warum ich als bibeltreuer Christ niemals römisch-katholisch sein oder werden kann.
Dieses Video wurde von einem katholischen Kanal kommentiert. Nun besteht es leider nahezu ausschließlich aus Argumenten, die biblisch unhaltbar sind, auch wenn der Referent den Eindruck erweckt, er würde doch einfach nur mit der Bibel argumentieren. Und noch schlimmer: Die von Gott gewirkte Reformation wurde ja genau deswegen ausgelöst, weil Bibellesern aufgefallen ist, dass viele römisch-katholische Lehren, welche ich im Video klar benenne, biblisch unhaltbar sind, ja sogar Irrlehren darstellen, die von Christus wegführen.
Natürlich danke ich für den freundlichen und ruhigen Ton und grundsätzlich für das Interesse am Austausch. Die Frage stelle sich aber: Was machen? Einfach ein Video aufnehmen und nochmal die Argumente erklären, die ich eigentlich bereits gebracht habe und erklären, warum der andere Referent ähnlich wie Jehovas Zeugen "surf and turf" durch die Bibel macht, statt die Bibel für sich selbst sprechen zu lassen? Es ist nunmal ein Fakt, dass jeder Bibelleser davon befremdet sein sollte, die angeblich sündlose Himmelskönigin Maria zu bitten, dass sie Jesus bittet, mir die Sünden zu vergeben - als ob das irgendwo auch nur ansatzweise biblisch legitimierbar sei! Gerne möchte ich im ersten Schritt einfach nur ein Skript zur Verfügung stellen, das en détail auf die vorgebrachten Argumente eingeht und sie nochmal biblisch zurechtrückt und darlegt, warum das Gros der bibeltreuen Christen, also der evangelikale Konsens, solche Schlussfolgerung als unbiblisch und unwahr zurückweist. So Gott will wird ein weiterer Dialog stattfinden.
Bevor wir nun zum Skript kommen, möchte ich drei Gedanken aufwerfen:
Katholiken geben selbst offen zu, dass ihre heutige Kirche wenig mit den biblischen Beschreibungen der ersten Gemeinden zu tun hat, da diese nur eine Art Anfangsphase hin zur großen RKK dargestellt hätten.
Es wäre ohnehin völlig absurd zu glauben, dass der Apostel Johannes während des Schreibens der Offenbarung seinen Stift für eine Pause weglegte, um zu Maria, der verstorbenen Mutter Jesu, zu sprechen, und sie um Fürbitte für seine Sünden bei Jesus zu bitten. Völlig undenkbar. Aber genau das ist die heutige römisch-katholische Anbetungspraxis.
Ich möchte zwei der verbreitetsten Gebete an Maria zitieren (Katholiken verstehen sie nicht als Gebete, sondern lediglich als Sprechen mit einer bereits auferstandenen Heiligen). Frage dich: Hat das Gebetscharakter? Sollte so etwas wirklich an jemand gerichtet werden, der seinen irdischen Lauf bereits vollendet hat? Gibt es dafür auch nur ansatzweise eine biblische Legitimation oder erinnert das nicht sehr an diverse Göttinnenkulte nichtchristlicher Religionen?
"Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört worden, dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden ist.
Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter. Zu dir komme ich, vor dir stehe ich als ein sündiger Mensch.
O Mutter des ewigen Wortes, verschmähe nicht meine Worte, sondern höre sie gnädig an und erhöre mich.
Amen."
"Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter. Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin. Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne.
Amen."
Es ist erfreulich zu sehen, dass der Tonfall im Antwortvideo [00:40] respektvoll bleibt, was eine sachliche Auseinandersetzung ermöglicht. Als bibeltreue Christen müssen wir jedoch alles prüfen und das Gute behalten (1. Thessalonicher 5,21). Hier sind Antworten auf die zentralen theologischen Einwände, basierend auf dem bewährten evangelikalen Schriftverständnis.
Der Kritiker argumentiert ab [01:45], dass die Taufe heilsnotwendig sei und Sünden vergebe, unter Berufung auf Markus 16,16 und Apostelgeschichte 2,38.
Biblische Antwort: Die Bibel lehrt klar, dass die Errettung allein aus Gnade durch den Glauben geschieht, nicht durch ein Ritual (Epheser 2,8-9).
Markus 16,16: Jesus sagt: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ Beachte, dass die Verdammnis nur an den fehlenden Glauben geknüpft ist, nicht an die fehlende Taufe.
Der Schächer am Kreuz: Er wurde gerettet ohne Taufe, allein durch Glauben (Lukas 23,43). Wäre die Taufe zwingend heilsnotwendig, hätte Jesus ihm das Paradies nicht versprechen können.
Symbolik: Die Taufe ist das äußere Bekenntnis einer inneren Realität (1. Petrus 3,21). Sie folgt auf die Bekehrung als Gehorsamsschritt, bewirkt aber nicht die geistliche Wiedergeburt. Das Beispiel der Haustaufen (Apostelgeschichte 16,33) [03:45] als Argument für die Säuglingstaufe zu nutzen, ist eisgetisch (in den Text hineingelesen). Der Kontext zeigt oft, dass das Wort „allen“ im Haus verkündigt wurde und „alle“ gläubig wurden.
Ab [08:32] wird behauptet, dass das neutestamentliche Amt des Ältesten (presbyteros) einem Opferpriestertum entspricht und der Zölibat biblisch begründbar sei.
Biblische Antwort:
Allgemeines Priestertum: Das Neue Testament kennt keine besondere Kaste von Priestern, die zwischen Gott und Menschen vermitteln, außer Jesus Christus selbst (1. Timotheus 2,5). Alle Gläubigen sind eine „königliche Priesterschaft“ (1. Petrus 2,9).
Älteste sind Hirten, keine Opferpriester: Die theologische Umdeutung von presbyteros (Ältester) zu einem sakramentalen Priester (hiereus) ist im Neuen Testament fremd. Älteste (Pastoren) haben eine Leitungs- und Lehrfunktion, keine Opferfunktion. Das Abendmahl ist ein Gedächtnismahl, kein erneutes Opfer (Hebräer 10,10-14 – „ein für alle Mal“).
Ehe der Leiter: Petrus selbst, auf den sich die römische Kirche beruft, war verheiratet (Matthäus 8,14; 1. Korinther 9,5). Paulus schreibt in 1. Timotheus 3,2 zwingend vor, dass ein Aufseher (Bischof/Ältester) „Mann einer Frau“ sein soll. Den Zölibat als Gesetz für den Dienst einzuführen, widerspricht der Schöpfungsordnung und der apostolischen Praxis.
Der Kritiker verteidigt ab [20:58] die Anrufung Verstorbener und unterscheidet zwischen „Anbetung“ und „Verehrung/Fürbitte“.
Biblische Antwort:
Einziger Mittler: Die Schrift ist eindeutig: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus“ (1. Timotheus 2,5). Jemanden anderen im Gebet anzurufen, beraubt Christus seiner exklusiven Stellung.
Kontakt mit Toten: Das Argument, die Heiligen seien „nicht tot, sondern lebend bei Gott“ [23:43], ignoriert das alttestamentliche Verbot, Kontakt mit der jenseitigen Welt aufzunehmen (5. Mose 18,10-12). Das Gebet ist eine Form der Anbetung, die nur Gott gebührt. Es gibt im gesamten Neuen Testament kein einziges Beispiel, in dem ein Gläubiger zu jemand anderem als zu Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist) betet.
Ab [25:30] wird versucht, die Sündlosigkeit Marias aus dem griechischen kecharitomene (Lukas 1,28) und der Typologie (neue Eva) herzuleiten.
Biblische Antwort:
Alle haben gesündigt: Römer 3,23 macht keine Ausnahmen außer Jesus Christus (Hebräer 4,15). Maria selbst nennt Gott ihren „Heiland“ (Lukas 1,47) – wer keine Sünde hat, braucht keinen Retter.
Begnadigte, nicht Gnadenquelle: Das Wort in Lukas 1,28 bedeutet „Begnadete“ oder „Gunst Erfahrene“ (vgl. Epheser 1,6, wo dasselbe Wort für alle Gläubigen verwendet wird). Daraus eine Sündlosigkeit abzuleiten, ist grammatikalisch nicht haltbar. Wir ehren Maria als gesegnetes Werkzeug Gottes und Vorbild im Glauben, aber wir lehnen jede Überhöhung ab, die ihr göttliche Attribute zuschreibt.
Ein zentraler Punkt ab [35:40] ist der Angriff auf Sola Fide (Allein durch Glauben) unter Berufung auf Jakobus 2.
Biblische Antwort:
Status vs. Beweis: Paulus und Jakobus widersprechen sich nicht. Paulus spricht in Römer 3-4 von der Rechtfertigung vor Gott (Status), die allein durch Glauben geschieht. Jakobus spricht von der Rechtfertigung vor Menschen (Beweis), wo sich der echte Glaube durch Werke zeigt.
Keine Kooperation zur Errettung: Der Kritiker spricht von „Kooperation mit Gott“ zur Errettung [42:46]. Die Bibel lehrt jedoch, dass wir tot in Sünden waren (Epheser 2,1) und Gott uns lebendig gemacht hat. Tote können nicht kooperieren. Werke sind die Frucht der Errettung, nicht die Wurzel (Epheser 2,10). Wenn Gerechtigkeit durch Werke kommt, ist Christus umsonst gestorben (Galater 2,21).
Vollbrachtes Werk: Wenn Jesus am Kreuz ruft „Es ist vollbracht“ (Johannes 19,30), meint er damit, dass die Schuld vollständig bezahlt ist. Katholische Lehre, die Sakramente und eigene Werke zur Erlangung der Gnade fordert, mindert die Hinlänglichkeit des Opfers Jesu.
Schließlich wird ab [49:20] versucht, das Papsttum durch Matthäus 16 (Schlüsselgewalt) und Johannes 21 (Weide meine Lämmer) zu begründen.
Biblische Antwort:
Der Fels: Der Fels (petra) in Matthäus 16,18 ist das Bekenntnis, dass Jesus der Christus ist, oder Christus selbst (1. Korinther 3,11). Petrus (petros) ist ein Stein.
Petrus war kein Papst: Petrus nennt sich selbst einen „Mitältesten“ (1. Petrus 5,1), nicht den „Vikar Christi“. Paulus wies Petrus in Antiochia öffentlich zurecht, weil er im Unrecht war (Galater 2,11-14) – ein Verhalten, das schwer mit päpstlicher Unfehlbarkeit oder Vorherrschaft vereinbar ist.
Keine Sukzession: Es gibt keinen biblischen Hinweis darauf, dass Petrus seine Autorität an einen Nachfolger in Rom weitergab. Die Gemeinde ist auf dem Fundament der Apostel und Propheten gebaut (Epheser 2,20), wobei Jesus der Eckstein ist – dieses Fundament wird einmal gelegt und nicht in jeder Generation durch Päpste erneuert.
Der Kern des Konflikts bleibt die Frage der Autorität. Für den bibeltreuen Christen ist die Schrift allein (Sola Scriptura) der Maßstab, weil nur sie „gottgehaucht“ ist (2. Timotheus 3,16). Traditionen, die dem Wort Gottes widersprechen (wie Mariendogmen, Fegefeuer oder das Papsttum), müssen abgelehnt werden (Markus 7,8: „Ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Überlieferung der Menschen“).
Wir können dankbar sein für die Klarheit des Evangeliums: Wir sind gerettet durch das vollkommene Werk Jesu Christi, empfangen durch einfachen, vertrauensvollen Glauben.